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VW Mission Efficiency: Drei Weltrekorde für ein Elektroauto, das niemand kaufen kann

vor 2 Stunden
3 Min. Lesezeit
VW Mission Efficiency

Volkswagen hat mit dem Mission Efficiency ein Konzeptfahrzeug vorgestellt, das mit nur 6,89 kWh auf 100 Kilometern 1.278 Kilometer von Wolfsburg nach Wien gefahren ist. Das klingt nach Science-Fiction, steckt aber voller Serientechnik aus dem neuen ID. Polo. Wir haben uns angeschaut, was hinter den Rekorden steckt und was du daraus für dein nächstes e-Auto mitnehmen kannst.


Drei Rekorde, ein Ziel: möglichst wenig Energie


Der Mission Efficiency, vorgestellt am 14. September 2026 in Wolfsburg, ist ein seriennahes Konzeptfahrzeug auf Basis der MEB+-Plattform. Volkswagen meldet drei Bestmarken, die das Rekord-Institut für Deutschland (RID) in der Kategorie „seriennahes, alltagstaugliches Viersitzer-Elektrofahrzeug“ führt.


Rekord Nummer eins ist die Aerodynamik: Der Luftwiderstandsbeiwert (cW-Wert) liegt bei 0,158, bei einer Stirnfläche von 2,08 Quadratmetern. Der cW-Wert beschreibt, wie „glatt“ ein Auto durch die Luft gleitet, je kleiner, desto besser. Laut VW ist das die Bestmarke für straßenzugelassene Autos. Rekord Nummer zwei ist eine Idealfahrt mit 6,48 kWh/100 km bei konstant 68 km/h, auf ebener Strecke und ohne Klimaanlage. Rekord Nummer drei ist die Effizienz auf der Langstrecke: 6,89 kWh/100 km ohne und 7,51 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten.


VW Mission Efficiency

Die Reise von Wolfsburg nach Wien führte über Posen und Olmütz und war 1.278,36 Kilometer lang. Die 54,9 kWh große Batterie (netto) musste dabei nur einmal geladen werden, bei der Ankunft zeigte das Auto noch 164 Kilometer Restreichweite an. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 67,72 km/h, Spitze waren 138 km/h. Zum Vergleich: Nach dem WLTP-Zyklus gibt VW 8,4 kWh/100 km an.


So spart der VW Mission Efficiency Strom


Das Besondere: Der Antrieb ist kein Hightech-Unikat. Die Elektromaschine mit 99 kW (135 PS) und die Batterie stammen aus dem ID. Polo, der gerade auf den Markt kommt. Gespart wird vor allem an der Hülle: Das Auto ist 4,78 Meter lang, aber nur 1,39 Meter hoch und läuft nach hinten tropfenförmig aus. Der Unterboden ist nahezu komplett verkleidet, die Türgriffe sind bündig, die Scheiben rahmenlos, und die Hinterräder sind teilweise abgedeckt. Aktive Kühlluftklappen öffnen nur, wenn Kühlluft gebraucht wird.


Dazu kommen patentierte Felgendeflektoren, denn die Räder sind laut VW für 25 bis 30 Prozent des aerodynamischen Widerstands verantwortlich. Gemeinsam mit Continental wurde ein Reifen auf Basis des EcoContact 7 entwickelt, dessen Rollwiderstand mit 4,9 kg/t rund 25 Prozent unter dem Grenzwert der besten EU-Reifenklasse A liegt. Ein 370-Watt-Solarsystem in Glasdach und Heckklappe versorgt Teile des Bordnetzes und kann sonnigstenfalls bis zu 30 Kilometer Reichweite pro Tag beisteuern. Der Effekt wächst mit dem Tempo: Ab 80 km/h verbraucht der Mission Efficiency laut VW mehr als 30 Prozent weniger als der Serien-ID. Polo, und bei 140 km/h braucht er ungefähr so viel Energie wie der ID. Polo bei 100 km/h.


VW Mission Efficiency

Auch innen geht es sparsam zu: Das Auto bietet 2+2 Sitze, 481 Liter Kofferraum, keine fest verbaute Audioanlage und nutzt Smartphone oder Tablet als Infotainment-Display. Die Karosseriestruktur besteht aus Aluminium mit Bauteilen aus CFK-Aramid-Verbund.


Rekordjagd oder Zukunftsblick? Die Einordnung

Wichtig zu wissen: Die Rekorde stammen aus der Herstellerkommunikation, und eine Fahrt mit durchschnittlich knapp 68 km/h bildet einen typischen Autobahnalltag nur begrenzt ab. Auch Vergleiche mit anderen Effizienzstudien, etwa dem Mercedes Vision EQXX, sind schwierig, weil Tempo und Bedingungen abweichen. Nach unserer eigenen Rechnung (54,9 kWh geteilt durch 7,51 kWh/100 km) ergibt sich eine theoretische Reichweite von rund 730 Kilometern unter diesen Rekordbedingungen.


VW Mission Efficiency

Bei der Frage nach der Serie gibt sich Volkswagen zurückhaltend. Der Mission Efficiency ist nicht zum Verkauf bestimmt, VW hegt derzeit keine Pläne für eine Serienproduktion. Die Parallele zum XL1 liegt nahe: Der „Ein-Liter-Auto“-Vorgänger von 2013 war ein Plug-in-Hybrid, entstand in einer Kleinserie von rund 200 Exemplaren zu 111.000 Euro und blieb ein Herzensprojekt. Der Unterschied: Der Mission Efficiency setzt auf bezahlbare Großserientechnik. Technikvorstand Kai Grünitz sagt, man könne damit das effizienteste Auto der Welt bauen, und Markenchef Thomas Schäfer spricht von „Technologie für alle – statt für wenige“. Einzelne Lösungen, etwa Reifen, Aerodynamikdetails oder die elektromechanische Hinterachsbremse, könnten also in künftige Serienmodelle einfließen.


VW XL1


Fazit: Effizienz ist das neue Reichweiten-Argument


Wir finden: Der Mission Efficiency zeigt eindrucksvoll, dass nicht immer die größere Batterie die Lösung ist. Wer den Luftwiderstand senkt, spart Energie, Ladezeit und Geld. Ob daraus ein Auto wird, das du kaufen kannst, ist offen, die Ideen dahinter dürften aber früher oder später im Alltag ankommen.


Wie wichtig ist dir ein niedriger Verbrauch im Vergleich zu Reichweite und Ladeleistung? Schreib uns, wir sind gespannt!


Wenn du wissen willst, was ein sparsames e-Auto heute schon leistet, hilft dir unsere Fahrzeugsuche beim Vergleich von Verbrauch und Reichweite. Begriffe wie cW-Wert, WLTP oder kWh/100 km erklären wir im e-Wiki, und über unsere kostenlose Probefahrtvermittlung kannst du selbst ausprobieren, wie sich Effizienz anfühlt.


Quelle und Bilder: Volkswagen

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