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Start in die Sommerferien: Ist "Reichweitenangst" beim e-Auto 2026 noch begründet?

Familie mit e-Auto Sommerferien

Die Koffer sind gepackt, die Kinder quengeln schon vor der Abfahrt, und irgendwo im Hinterkopf meldet sich die alte Frage: Reicht der Akku eigentlich bis zum Ferienziel? Eine aktuelle ADAC-Umfrage liefert jetzt handfeste Zahlen dazu – und die Antwort überrascht viele, die noch nie ein e-Auto gefahren sind. Wir haben uns die Studie, aktuelle Testdaten und die besten Modelle für den Familienurlaub genauer angeschaut.


Was die aktuelle ADAC-Studie hierzu zeigt


Der ADAC Hessen-Thüringen hat gemeinsam mit Studierenden der Frankfurt University of Applied Sciences rund 1.900 Menschen befragt – mit einem klaren Ergebnis: 71 Prozent der Verbrenner-Fahrer:innen nennen eine zu geringe Reichweite als größtes Hindernis für die Urlaubsfahrt mit E-Auto. Unter echten e-Auto-Fahrer:innen teilen nur 5 Prozent diese Sorge. Reichweitenangst ist damit vor allem ein Phänomen aus der Distanz – wer einmal elektrisch unterwegs war, sieht die Sache deutlich entspannter.


Zwar haben 36 Prozent der e-Auto-Fahrer:innen ihre Route bei Strecken über 300 Kilometer schon mal wegen der Lademöglichkeiten angepasst, doch für 63 Prozent hatte die Reichweite gar keinen Einfluss auf die Planung. Und gerade für Familien ist das naheliegend: Der ADAC empfiehlt ohnehin alle eineinhalb Stunden eine Pause – Kinder brauchen Bewegung, Snacks und frische Luft, lange bevor der Akku leer ist. Die Ladepause wird so einfach Teil der Reisepause, die sowieso ansteht.

Spannend ist, worüber sich erfahrene e-Auto-Fahrer:innen tatsächlich ärgern: nicht die Reichweite, sondern die Ladeinfrastruktur. 42 Prozent kritisieren unübersichtliche Tarife, 31 Prozent defekte Ladesäulen, 28 Prozent besetzte Ladepunkte. Der Tarifdschungel ist also das eigentliche Ärgernis – dazu gleich mehr.


Die besten e-Familienautos mit hoher Reichweite


Der neue Volvo EX60

Reichweitentechnisch hat sich seit letztem Sommer einiges getan. In der ADAC-Testrangliste (Stand Juni 2026) – dem praxisnahen Prüfstandstest des Automobilclubs, der realistischere Werte liefert als reine Herstellerangaben – führte noch der Mercedes CLA mit 740 Kilometern. Wichtig zu wissen: Ganz neue 2026er-Modelle wie der Volvo EX60 oder der BMW iX3 (Neue Klasse) waren zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht im Test vertreten, tauchen in dieser Rangliste also nicht auf – ihre Werte in unserer Tabelle unten stammen aus den offiziellen WLTP-Herstellerangaben, die erfahrungsgemäß etwas optimistischer ausfallen als der ADAC-Praxistest. Wir haben acht Kombis und SUVs mit Platz für die ganze Familie und WLTP-Reichweiten deutlich über 400 Kilometer zusammengestellt:

Modell

Karosserie

Reichweite (WLTP)

Kofferraum

Preis ab

Volvo EX60 P12

SUV

bis 810 km

bis 1.647 l

ca. 75.000 €

BMW iX3 50 xDrive (Neue Klasse)

SUV

bis 805 km

578 - 1.750 l

70.900 €

Mercedes CLA (EQ)

Limousine/Shooting Brake

bis 740 km

400 - 1.354 l

ca. 49.400 €

Audi A6 Avant e-tron performance

Kombi

bis 738 km

502–1.422 l

ab 64.450 €

VW ID.7 Tourer Pro S

Kombi

bis 709 km

605–1.714 l

54.795 €

Hyundai Ioniq 9 (110 RWD)

SUV, 6/7-Sitzer

bis 620 km

338 - 2.419 l

ab 68.500 €

BMW i5 Touring eDrive40

Kombi

bis 602 km

570–1.700 l

72.200 €

Škoda Enyaq Combi 85

SUV

bis 563 km

585–1.710 l

ab 48.900 €

Familie mit e-Kombi im Urlaub

Für große Familien mit viel Gepäck lohnt sich besonders ein Blick auf die Kombi- und Touring-Modelle mit variablem Innenraum, für Sieben-Sitzer-Bedarf sind Hyundai Ioniq 9 und der etwas kleinere Kia EV9 (bis 563 km) eine Überlegung wert. Wer aufs Budget schaut, findet mit dem Škoda Enyaq Combi oder dem VW ID.7 Tourer solide Reichweiten zu vergleichsweise fairen Preisen.


Laden im Ausland: Die besten Tarife im Vergleich


Der eigentliche Stressfaktor im Urlaub ist also seltener der Akku, sondern der Tarifdschungel jenseits der Grenze. Die Preisspanne beim Laden in Europa ist 2026 weiterhin groß: AC-Laden kostet zwischen 0,39 und 0,69 Euro pro kWh, DC-Schnellladen zwischen 0,39 und 0,89 Euro pro kWh, je nach Anbieter und Land. Ein Vergleich lohnt sich also definitiv!


Für die meisten Familien lohnt sich eine Zwei-Karten-Strategie: eine Alltagskarte mit großem Roaming-Netz wie EnBW mobility+ (transparente Roaming-Obergrenze bei 89 Cent/kWh, aktiv an über 700.000 Ladepunkten in Europa) als Basis, ergänzt um eine Langstrecken-Karte wie Ionity Passport Power (11,99 €/Monat, dann 39 Cent/kWh) für die Autobahn. Aktuell (und limitiert bis Ende September) bietet EnBW sogar einen Rabatt von 5ct in allen Tarifen an - mal was anderes als höhere Spritpreise in den Ferien!


In beliebten Reiseländern lohnen sich zusätzlich lokale Spezialisten: In Italien etwa spart die App Enel X Way mit rund 0,49 €/kWh gegenüber internationalen Roaming-Preisen von 0,69–0,89 €/kWh spürbar, in Kroatien punktet der größte Anbieter ELEN mit 0,42 €/kWh (AC) bis 0,78 €/kWh (HPC). Unser Tipp: Immer eine physische Ladekarte als Backup einpacken – nicht überall funktioniert Plug & Charge zuverlässig, und Apps sind im Ausland manchmal launisch.


Alle Details zu Ladekarten, Preisen und Routen für Italien, Österreich, die Schweiz und Kroatien haben wir bereits in unserem Guide zum Laden im Urlaub 2026 ausführlich zusammengefasst.


Elektroauto lädt im Urlaub

Unser Fazit


Reichweitenangst auf der Fahrt in die Sommerferien mit dem e-Auto ist 2026 vor allem eines: ein Vorurteil von außen. Wer selbst schon elektrisch gefahren ist, plant entspannter, macht ohnehin genug Pausen und stört sich höchstens am Tarifchaos an der Ladesäule – nicht an der Technik selbst. Mit Modellen, die locker 500 bis 800 Kilometer WLTP-Reichweite mitbringen, ist der Familienurlaub im E-Auto längst kein Abenteuer mehr, sondern Routine.


Was hält dich noch vom Umstieg ab – die Reichweite oder doch eher die Ladeinfrastruktur? Schreib's uns!



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