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  • AutorenbildSilvia Josten

Neue Microcars: Klein ist groß im Kommen

Aktualisiert: 12. März


Hellgrünes Microcar fährt durch die Stadt.
Fiat Topolino

Microcars sind kleine Flitzer, die bei den modernen Städtern inzwischen hoch im Kurs stehen, aber auch bei jugendlichen Fahrern besteht Interesse. Immerhin können die kleinen e-Autos der Fahrzeugklasse L6e schon ab einem Alter von 15 Jahren gefahren werden. Die Hersteller reagieren und bringen neue Modelle zu attraktiven Preisen heraus. Wir stellen die Neuheiten vor und vergleichen sie mit den altbekannten Leichtfahrzeugen.


Drei Microcars als Collage.
Die Größe macht's: Microcars

Peel P50 ist der Kleinste

Das erste Minicar auf dem europäischen Markt war der Peel P50. Der knuffige Einsitzer mit 1,34m Länge ist das kleinste Auto der Welt und wurde zwischen 1962 und 1965 in Großbritannien gebaut. 120 Exemplare dieses Leichtfahrzeugs mit einer Karosserie aus Glasfaserkunststoff gab es damals. Inzwischen wurde die Produktion wieder aufgenommen und ist sogar als Elektrovariante erhältlich, die aus vier 12-Volt-Batterien gespeist wird. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 16 km/h. Damit darf der Peel P50 in seinem Heimatland sogar auf dem Bürgersteig fahren. Preis: ab 15.500 €.


Opel Rocks-e: Der Kurzstrecken-Stromer

Der Opel Rocks-e ist ein "Sustainable Urban Mobility" (SUM) – also ein nachhaltiges Stadtauto. Mit einer Länge von nur 2,41 Metern, einer Breite von 1,39 Metern (ohne Außenspiegel) und einem Gewicht von nur 471 Kilogramm (inklusive Antriebsbatterie) ist der Opel Rocks-e die Einstiegskarte in die Elektromobilität. Die Reichweite beträgt bis zu 75 Kilometern (WLTP). Einstiegspreis ab 7.990 € inkl. MwSt.

Sein französischer Bruder aus der Familie Stellantis ist der CITROËN MY AMI. Die Serie bietet jetzt neu neben den Basisversionen Pop, Vibe und Tonic auch eine Freiluft-Geländevariante, den BUGGY. Die Zielgruppe ist jung, frech und dynamisch, was sich auch im Design der Microcars widerspiegelt. Der kleine Franzose ist in den Nachbarländern ab ca. 9.400 € zu haben.


Kleines grünes Auto und roter Kleinwagen stehen zugewandt auf Straße.
Fiat präsentiert neue elektrische Kleinwagen.

Fiat Topolino sorgt für italienisches Flair.

Gerade hat Fiat seine neuen Modelle im Doppel-Launch vorgestellt. Mit dem Topolino bringt der italienische Hersteller ein Schwestermodell zum Citroën Ami und Opel Rocks-E heraus. Präsentiert wurde jetzt eine von zwei demnächst verfügbaren Varianten, der Topolino Dolcevita. Das "schöne Leben" spiegelt sich in netten Kleinigkeiten wider, die das Miniauto zu bieten hat: ein Roll-Verdeck aus Stoff, Seile statt Türen, Retrobox am Heck fürs Gepäck, ein Ventilator mit USB-Anschluss oder Strandtücher und auf Wunsch sogar eine eigene Duschbrause. Da vergisst man schnell, dass die 8 PS gerade mal für 45 km/h Spitze reichen. Andererseits war der Original-Topolino mit seinen 14 PS damals auch nicht viel schneller. Preis ab 7.500 €. Übrigens: Ab September geht das "SUV" Fiat 600e an den Start – und hier versprechen die Italiener mehr Platz, mehr Reichweite. 68 Jahre nach dem ersten 600 legen die Italiener den Seicento als Elektroauto neu auf. Während das Original auf gerade mal 3,29 Meter Außenlänge vier Personen befördern konnte, ist der moderne 600e mit 4,17 Metern knapp einen Meter länger und bietet Platz für fünf Leute. Bis zu 360 Liter Kofferraumvolumen verspricht der Hersteller. Den Augenaufschlag der LED-Scheinwerfer kennen wir bereits vom Fiat 500e, die gesamte Frontpartie ist hingegen etwas schmaler und wirkt wie ein Mund. Erhältlich ist der Fiat 600e in den zwei Ausstattungslinien RED und La Prima. Die Preise starten bei 36.490 € für den 600e RED, der 600e La Prima kostet mindestens 42.490 €.



Deri Microcars auf der Straße
Microcars mit Kultstatus

Renault Twizy: Das Microcar, das gar kein Auto sein wollte.

Der Renault Twizy wurde zwölf Jahre lang gebaut. Doch der Hersteller beendet jetzt die Produktion des kleinen Stromers, der als Vorreiter der Elektromobilität schon die Straßen eroberte, als Tesla noch in den Kinderschuhen steckte.

Das Design ist auffällig. Richtige Türen hat das Minicar nicht, die Fensterscheiben fehlen – bei Regen und im Winter eher suboptimal. Dafür bietet der Twizy etwas, was nicht alle Moped-Autos haben: einen serienmäßigen Airbag für den Fahrer. Der Beifahrer, der hinter dem Fahrer positioniert ist, hat diese Sicherheitsausstattung nicht. In der Cargo-Version entfällt der hintere Sitz zugunsten eines kleinen Kofferraums. Das Microcar verspricht eine Reichweite von bis zu 100 km. Die Ladegeschwindigkeit auf 100 % an der normalen Haushaltssteckdose beträgt 3,5 Stunden. Damit ist der Twizy etwas schneller wieder einsatzbereit als der Opel Rocks-e. Es gibt auch eine schnellere 80 km/h Variante, die ab 18 Jahren gefahren werden kann. Dafür benötigt man allerdings einen Autoführerschein. Die letzten kleinen Franzosen ist noch günstig zu haben: Preis ab 11.450 €


Microlino: das Schweizer Kultauto will hoch hinaus

Endlich ist der knuffige Microlino mit seiner Retro-Optik bestellbar. Mit einer Nennleistung von 12,5 kW, einem Kofferraumvolumen von 230 l und einer Reichweite von bis zu 230 km ist der Microlino laut Hersteller der Klassenbeste in den europäischen Fahrzeugkategorien L7e und L6e. Sein USP: die selbsttragende Karosserie, die die Qualität, Langlebigkeit und Sicherheit im Vergleich zu herkömmlichen Rohrrahmen, die normalerweise in der L7e/L6e-Klasse verwendet werden, verbessert. Das Schweizer Unternehmen Micro lässt die anmutende Knutschkugel in Italien produzieren. Die ersten Auslieferungen des vielleicht schönsten Microcars am Markt haben bereits begonnen. Eine Bestellung ist über die Microlino Webseite ab 21.190 € möglich.


Smart EQ fortwo

Die Produktion des elektrischen Smart EQ wurde endgültig eingestellt. Das zweisitzige Modell konnte sich nicht durchsetzen. Interessenten müssen auf Bestandsfahrzeuge hoffen. Alle kommenden Smart-Modelle werden in China / Ningbo gebaut, einer Metropole, etwa 150 Kilometer von Shanghai entfernt. Dort hat Mercedes mit Geely das 50:50-Unternehmen Smart Automobile Co. Ltd. gegründet, das ausschließlich Elektroautos baut. Als erstes Fahrzeug läuft dort der Smart # 1 vom Band. Der gehört allerdings in eine anderen Größen- und Preisklasse.


Drei Microcars in gelb, rot und weiss
Neue Microcars kommen auf den Markt.

e.Go bringt die X-Version: e.GO e.wave X

3,35 Meter ist der seit 2019 in Aachen produzierte e.Go Life lang. Als neue Version soll nun der e.wave X die Verkäufe ankurbeln. Das Microcar basiert auf der "nächsten Generation der e.Wave-Elektroauto-Plattform". Die Optik ist der des e.Go Life sehr ähnlich, es wurden aber offenbar noch einige Anbauteile hinzugefügt, die dem Microcar einen Hauch von SUV verleihen sollen. Folgende Varianten gibt es: "Native" ab 24.990 €, "Urban" ab 27.990 € und "Metropolitan" ab 29.790 €.


ARI 902: das Microcar zum Sparpreis

Deutlich günstiger präsentiert das Bornaer Unternehmen ARI Motors mit dem ARI 902 die perfekte Lösung für Lieferdienste, Kleinunternehmer und Privatpersonen, die ein an einer umweltfreundlichen Mobilitätslösung interessiert sind. Der smarte Zweisitzer beschleunigt zügig bis auf 90 km/h und schleust Fahrer oder Fahrerin (bei einem Strompreis von 34 ct) für 2,99 Euro pro 100 km entspannt und spritzig durch den Stadtverkehr. Dabei verursacht er keinerlei direkte Emissionen und ist mit einem Verbrauch von nur 8,8 kWh (innerorts) bzw. 10,0 kWh (außerorts) sehr sparsam unterwegs. Den ARI 902 gibt es in den Varianten “Pure”, “Cargo” und “Comfort” schon ab 13.990 € netto.


Elaris hat seinen elektrische Kleinwagen modernisiert

Der ELARIS DYO ist gerade groß genug, um das Nötigste transportieren können: Einkäufe, Gepäck und Begleitung – auf zwei oder vier Beinen. Der DYO ist aber auch so klein, dass er überall hinkommt und überall hinpasst. Parkplatzprobleme kennt dieses Auto nicht. Im Design wirkt der Kleinwagen sehr viel moderner als seine Vorgänger PIO oder FINN. Mit seiner 32 kWh Batteriekapazität erreicht der Zweisitzer eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Die Reichweite beträgt stolze 265 km (WLPT), der Verbrauch liegt bei 11,9 kWh/100 km. Das Gepäckraumvolumen liegt bei 229 l. Maße: 2,87 m Länge, 1,56 m Breite, 1,57 m Höhe und 1,76 m Radstand. Als Sicherheitsfeatures ergänzen das Angebot: ABS, Diebstahlwarnanlage, elektrische Parkbremse, elektronische Servolenkung (EPS), Airbags, Rückfahrkamera und eine Reifendrucküberwachung (TPMS) vermitteln ein sicheres Fahrgefühl. Preis: ab 17.722,50 €, verfügbar ab Oktober 2023.


weiße Microcars und ein Kleinbus auf Landstraße
Microcars passen sich dem Platzbedarf an.

Der City Transformer will die Welt erobern

Jetzt schon zum Vorteilspreis von 16.000 € vorbestellbar ist der City Transformer CT-1, die zur Fahrzeugklasse L7e gehört. Der Clou: Die Reifen lassen sich je nach Bedarf (Performance- oder Citymodus) seitlich aus- oder einfahren und bieten damit eine verstellbare Spurbreite. Seine Maße sind dadurch rekordverdächtig: 2,50 m Länge, 1,00 bis 1,40 m Breite, 1,57 m Höhe und 1,80 m Radstand. Der Mini-Flitzer hat den Namen Microcar wahrhaftig verdient. Der 14-kWh-Akku unter dem Fahrzeugboden und zwei 7,5-kW- Elektromotoren liefert eine beachtliche Reichweite von 120 bis 180 km und eine max. Geschwindigkeit von 90 km/h. In 3,5 Stunden ist der Akku an einer Haushalts-Steckdose wieder vollgeladen, am Schnelllader dauert es nur 20 Minuten. Mit bereits über 2.000 Vorbestellungen und 20 Millionen Euro Finanzierung, ist das Elektroauto-Startup aus Israel bereit, die urbane Mobilität zu revolutionieren.

XBUS - wenn es etwas mehr sein darf

Der XBUS ist ein kleiner Elektro-Bus der Klasse L7e. Und die Bezeichnung Leichtfahrzeug trägt dieser Microbus zurecht: Tatsächlich wiegt er nur 450 kg. Maße: 3,96 m Länge, 1,64 m Breite, 1,96 m Höhe und 2,20 m Radstand. Angetrieben wird der XBUS durch vier radintegrierte Elektromotoren. Zudem hat das Fahrzeug integrierte Solarmodule, um die Reichweite auf bis zu 600 km zu erhöhen. Die Akkus befinden sich in "Batterie-Schubladen" in der Mitte oder am Heck. Eine weitere Besonderheit ist, dass es zahlreiche Module gibt, mit denen der XBUS individuell konfiguriert werden kann, beispielsweise als Pick-up oder Camping-Bus.

VDL Nedcar, einer der größten europäischen Auftragsfertiger aus den Niederlanden, wird den XBUS für ElectricBrands produzieren. Somit ist der Start in die Serienproduktion des Start-ups gesichert. Die Auslieferungen sollen 2025 erfolgen. Preis ab 18.070 €


Fazit:

Die Entwicklung neuer Microcars hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Dynamik erfahren. Die kompakten Fahrzeuge haben eine vielversprechende Zukunft. Sie bieten eine kostengünstige Option für Mobilität, insbesondere in dicht besiedelten Städten, wo Parkraum knapp und teuer ist. Die geringen Unterhaltskosten und der sparsame Verbrauch machen sie für viele Verbraucher attraktiv. Außerdem sind sie einfach zu manövrieren und können sich problemlos durch den Stadtverkehr schlängeln. Das spart Zeit und Stress. Die Leistungen wie Verbrauch und Reichweiten, steigern sich. Dazu steigt die Nachfrage nach nachhaltigen Transportmitteln. Microcars sind die Antwort darauf. Mit ihrem geringen Platzbedarf und umweltfreundlichen Eigenschaften haben sie das Potenzial, die Mobilität in urbanen Gebieten nachhaltig zu revolutionieren.


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