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  • AutorenbildSilvia Josten

polisMobility 2024 - nachhaltige Mobilität für die Zukunft

Aktualisiert: 27. Mai


Messestand in gelb mit grünem Willkommensschild darüber

Die polisMOBILITY expo & conference ist das vernetzte Event zur Zukunft von Mobilität und urbanem Leben. Innovativ, lebendig und inspirierend.

In diesem Jahr fand bereits zum dritten Mal die Konferenz auf dem Messegelände der Stadt Köln in Kombination mit einem Bürgerevent in der Innenstadt am Wochenende statt und zeigte die vielfältigen Möglichkeiten einer nachhaltigen Stadtplanung, um das Leben klimaschonender und gleichzeitig praktikabel zu gestalten. Rund 150 Aussteller und Partner sowie rund 200 Rednerinnen und Redner präsentierten Produkte, Konzepte und Lösungen für die Mobilität der Zukunft.


Wie gestalten wir Mobilität für eine lebenswerte, nachhaltige Stadt von morgen?

„In diesen Zeiten ist es wichtig, auf das Gemeinsame zu achten – auf die Befähigung, gemeinsam Ziele der Mobilitätswende zu erreichen. Die polisMOBILITY ist ein Ort der Vergewisserung, des Austausches. Und des Findens von Gemeinsamkeiten.“ so Prof. Dr. Johannes Busmann bei der Eröffnung der polisMOBILITY 2024. Akteure aus verschiedenen Branchen und Sektoren sollen hier Wege und Möglichkeiten finden, die urbane Mobilitätswende voranzutreiben. Bei den Workshops und Panels geht es im gemeinsamen Austausch darum, neue Perspektiven zu gewinnen, die Impulse für eine Umsetzung liefern. Dies unterstreicht auch die Keynote von Friedemann Karig, der seinen Appell in Richtung der Verantwortlichen richtet: „Ich wünsche mir bei der Umsetzung des Mobilitätswandels etwas mehr Tempo und Experimentierfreudigkeit.“



Beispiele für eine nachhaltige Mobilität in Städten

Städte stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn es um die Reduzierung des Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Emissionen geht. Einige Städte haben bereits beeindruckende Schritte unternommen, um nachhaltige Mobilität zu fördern:


Kopenhagen: Ein Paradies für Radfahrer

Kopenhagen gilt als eine der fahrradfreundlichsten Städte der Welt. Mit einem ausgeklügelten Netz von Radwegen und Brücken, die speziell für Radfahrer gebaut wurden, hat die dänische Hauptstadt den Radverkehr stark gefördert. Darüber hinaus haben Initiativen wie das städtische Fahrradverleihsystem dazu beigetragen, dass inzwischen rund 62 % der Einwohner täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zur Schule fahren.

Auch bei der Planung von Ladeinfrastrukturen ist Dänemark Vorreiter. So erläuterte Ramboll, ein globales Ingenieur-, Architektur- und Beratungsunternehmen aus Kopenhagen, die beispielhafte Vorgehensweise von der Idee über die Planung bis hin zur Ausführung des Ausbaus von Ladepunkten in der Stadt Aalborg. "Ein entscheidener Punkt ist die Beteiligung der Bevölkerung von Anfang an. "Nur eine detaillierte Bürgerbefragung schon vor Planungsbeginn garantiert eine effiziente und sinnvolle Umsetzung." Das Unternehmen bietet ein kostenfreies Handbuch für Kommunen zum Download bereit, um eine optimale Planung zu gewährleisten.


Paris: Umwidmung von Verkehrsflächen

Paris hat in den letzten Jahren zahlreiche Verkehrsflächen in grüne Oasen verwandelt. Unter Bürgermeisterin Anne Hidalgo wurden viele Straßen für den Autoverkehr gesperrt und in Fußgängerzonen oder Grünflächen umgewandelt. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das Projekt "La Voie Pompidou", bei dem eine stark befahrene Uferstraße entlang der Seine in eine Flaniermeile mit Parks und Freizeitmöglichkeiten umgewandelt wurde.

Auch das Angebot eines Fahrradverleihsystems hat sich in der französischen Hauptstadt seit Jahren bewährt und die Flotte umfasst inzwischen 25.000 Fahrräder in der Metropole. Dahinter steht Fifteen, ein führender globaler Anbieter für öffentliche Fahrradverleihsysteme, wie z.B. Europas größtem Bike-Sharing System Velib. Der Anbieter, der seit 15 Jahren auf der ganzen Welt tätig ist, expandiert nun auch nach Deutschland. Mit seinen Lösungen, die Bike-Sharing, Bike Leasing, Software und Ladestationen umfassen, will Fifteen Städte und Kommunen in der aktiven Umsetzung der Mobilitätswende unterstützen. Das Angebot von Fifteen besteht zudem aus Fahrrädern, Software, Lade- und Dockingstationen und bietet den Nutzern eine nachhaltigere Alternative zum Auto und Städten die Möglichkeit, das 15-Minuten-Konzept umzusetzen. Das Konzept der 15-Minuten-Stadt kommt aus dem stadtplanerischen Kontext und beschreibt eine Stadt, in der alle Wege des Alltags in weniger als 15 Minuten bestritten werden können.


Ein deutsches Start-up bietet für Städte und Kommunen umfassende Serviceleistungen zu diesem Thema an. CITY DESKS hat es sich zur Aufgabe gemacht, öffentliche Räume durch die Entwicklung von innovativen Produkten lebenswerter und nachhaltiger zu gestalten. Dafür bieten sie modulare Möbelserien an, die bedarfsgerecht eingesetzt und individuell kombiniert und umpositioniert werden können. Eine stabile Metallkonstruktion bildet das Fundament der Module. Die Holzbeplankung besteht aus Lärchenholz heimischer Wälder und ist so konstruiert, dass sie allen Anforderungen des öffentlichen Raums standhält. Die Produktion der verschiedenen Elemente erfolgt in Heidelberg, die Endmontage im Firmensitz Mannheim. Bis jetzt nutzen bereits rund 120 Kunden die Möbelsysteme von CITY DESK, 90 % davon sind Städte & Kommunen. Auch beim nachfolgenden Polis Camp in der Kölner Innenstadt waren die Möbel aufgebaut und konnten getestet werden.



Nachhaltige Mobilität auf dem Land

Auch ländliche Regionen setzen zunehmend auf nachhaltige Mobilität, um den Verkehr zu reduzieren und die Umwelt zu schützen. So wurden auf der CityStage einige bereits realisierte Projekte vorgestellt, wie z. B. der Sharing-Service von TINK mit elektrischen Lastenrädern. Dabei werden vorhandene Strukturen mit eingebunden. Es gibt "Kümmerer", die täglich die Verleihstationen kontrollieren und Wartungsservices, die z. B. von lokalen Abschleppunternehmen übernommen werden. Die registrierten Ausleihzahlen beweisen, dass das Angebot gut angenommen wird. Zwar gibt es zahlenmäßig weniger Ausleihen (nur 1/4 gegenüber den Ausleihen in Städten), dafür dauern diese länger.


Die Stadt Brühl hat gerade ein einjähriges Pilotprojekt mit dem "Lastenesel" gestartet, einem Elektro-Lastenrad Verleih. Schon jetzt gibt es positive Resonanz und die Verantwortlichen sind zuversichtlich das projekt auch über die Projektphase hinaus aufrecht erhalten zu können.



Innovative Mobilitätskonzepte für das Gewerbe

Neben traditionellen Ansätzen gibt es auch innovative Mobilitätskonzepte, die das Potenzial haben, den Verkehr nachhaltig zu revolutionieren.


e-Cargobikes: Die umweltfreundliche Lieferalternative

Elektrische Cargobikes sind speziell konstruierte Lastenfahrräder, die eine umweltfreundliche Alternative für den Transport von Gütern in städtischen Gebieten bieten. Sie sind nicht nur emissionsfrei, sondern auch platzsparend und können oft schneller durch verstopfte Straßen navigieren. Städte wie Berlin und Amsterdam setzen vermehrt auf Cargobikes für die Zustellung von Paketen und Lebensmitteln, der sogenannten "Letzten Meile".


Elektrische Leichtfahrzeuge

Elektrische Leichtfahrzeuge, wie zum Beispiel elektrische Roller und kleine e-Autos, gewinnen an Popularität. Diese Fahrzeuge sind ideal für kurze Strecken und tragen dazu bei, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Sie benötigen weniger Platz als herkömmliche Autos und können oft in speziell ausgewiesenen Bereichen parken, was den Verkehrsfluss in Städten verbessert. Klein bedeutet aber nicht, dass hier auf Platz verzichtet werden muss. Auf dem Messegelände präsentierte Sevic den V500e als multifunktionale und flexible Lösung für verschiedene Transportanforderungen. Die Möglichkeit einer Probefahrt auf dem Test Drive haben wir natürlich direkt genutzt und haben festgestellt: Der V500e verfügt über einen ordentlichen Anzug und bietet viele variable Möglichkeiten für jegliche Einsatzzwecke.


Ladeinfrastruktur. sinnvolle Planung von A bis Z

Für viele Menschen ist eine unzureichende Ladeinfrastruktur eine entscheidenen Hemmschwelle sich ein elektrisches Fahrzeug anzuschaffen. Hier sind unter anderem die Arbeitgeber gefragt, denn das Parken während der Arbeitszeit kann ideal genutzt werden, um den Akku aufzuladen. Hierfür braucht es eine genaue Planung, die richtige Hard- und Software. Ein in Belgien bereits bekannter Anbieter präsentiert nun auch für den deutschen Markt seine Dienstleistung. Smappee liefert Ladelösungen aus einer Hand: dynamischer Lastenausgleich für optimierten Eigenverbrauch und Überlastungsschutz - alles in einem einzigen System. Mit dem modularen Energiemanagementsystem ist es einfach, die Energieflüsse effizient zu steuern, zu überwachen und dabei Geld zu sparen. Deshalb bietet Smappee eine Lösung an, die die Nutzung erneuerbarer Energien und die Energie in den Schwachlastzeiten während des Tages für jeden Ladevorgang maximiert. Auf diese Weise kann die Selbstversorgung kostengünstig optimiert werden.

Aber nicht nur die Hardware kommt vom belgischen Anbieter, auch die dazugehörige Software inkl. Mobile App ermöglicht eine Vielzahl von Schnittstellenoptionen, die individuell an die Bedürfnisse des Unternehmens vor Ort angepasst werden können, also ein vollständiges Submetering. So realisiert Smappee die nächste Evolutionsstufe zur intelligenten Ladetechnik.




Polis Camp in der Innenstadt

Der Rudolfplatz verwandelt sich in einen bunten Jahrmarkt rund ums Erleben, Verstehen und Gestalten der Mobilitätswende. Jung und Alt, Interessierte aus Köln und dem Umland waren eingeladen, sich ein eigenes Bild zu machen - und im Dialog tatkräftig mitzumischen. Abstrakte Themen werden greifbar und verständlich durch Mitmachaktionen, Spaß und Spiel, Straßengespräche, Vorträge und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Zahlreiche Kölner Initiativen präsentieren ihre Ideen und Aktionen für die Mobilität der Zukunft und lebenswerte Veedel.


Fazit

Nachhaltige Mobilität ist ein zentraler Baustein für die Schaffung lebenswerter Städte und Regionen. Für mein Empfinden waren die zur Schau gestellten Ideen eher theoretisch. Fahrzeuge waren auf den Ausstellungsflächen in den Fluren im 1. Stock kaum zu sehen, was sicher auch den vorgegebenen räumlichen Bedingungen geschuldet war. Der Fokus lag eindeutig auf der Konferenz mit den zahlreichen Austauschmöglichkeiten.


Die Ziele wurden deutlich kommuniziert: Durch die Förderung umweltfreundlicher Transportmittel, die Umwidmung von Verkehrsflächen zu Erholungsoasen und die Einführung innovativer Mobilitätskonzepte können wir den Verkehr reduzieren und die Umwelt schützen. Es liegt an den Verantwortlichen in den Städten und Kommunen nun die zahlreichen Angebote wahrzunehmen, umzusetzen und aktiv zu einer grüneren Zukunft beizutragen. Nur braucht es dafür auch Entscheidungen, und die sollten nicht all zu lange hinausgezögert werden.


Die nächste polisMobility findet vom 11. - 12.06.2025 statt.


Rolltreppe Ausgang  Messe

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