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  • AutorenbildSilvia Josten

Sind e-Scooter wirklich sicher?


Sharing e-Scooter auf Radweg

Mikromobilität auf dem Prüfstand: Wie steht es um die Sicherheit bei e-Scootern?

Das International Transport Forum ist eine zwischenstaatliche Organisation mit 66 Mitgliedsstaaten für Verkehrspolitik. Die Organisation mit Sitz in Paris ist das einzige globale Gremium, das ein Mandat für alle Verkehrsträger hat und organisiert jährlich einen Gipfel der Verkehrsminister. Als neutrale Vermittlungsinstitution will es nach eigenen Angaben den Dialog zwischen Regierungsvertretern und Stakeholdern (Interessenvertretern) aus Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft fördern. Die ITF setzt sich für eine Verkehrspolitik ein, die das Leben der Menschen verbessert. Es analysiert Trends, teilt Wissen und fördert den Austausch zwischen Entscheidungsträgern des Verkehrssektors und der Zivilgesellschaft. Nun hat das ITF eine neue, aktualisierte Studie zur Mikromobilität herausgebracht.



Bereits im Jahr 2020 veröffentlichte die ITF den Bericht "Sichere Mikromobilität", in dem die Sicherheit von Mikromobilität und neuen Mobilitätsdienstleistungen bewertet wurde. In den vier Jahren seit der Veröffentlichung hat sich an der Evidenzbasis zur Sicherheit der Mikromobilität viel geändert. Der aktualisierte Bericht "Safer Micromobility" fasst eine Analyse der aktuellen Erkenntnisse über die neuesten Sicherheitstrends und -risiken der Mikromobilität zusammen. Er enthält Sicherheitsempfehlungen sowohl für Behörden als auch für Betreiber von Mikromobilität im Einklang mit dem Konzept des sicheren Systems.


Folgende politisch relevante Erkenntnisse ergeben sich zusammenfassend:


  • Die Mikromobilität wird immer sicherer. Die Zunahme schwerer Verletzungen bei Unfällen mit e-Scootern gibt jedoch Anlass zur Sorge. Insgesamt sinkt das Unfallrisiko bei gemeinsam genutzten e-Scootern, da ihre Nutzung schneller zunimmt als die Zahl der Verletzungen.

  • Sichere Infrastruktur und Fahrzeugdesign sind wichtig. Die Konzentration auf das Verhalten der Fahrer und die Sicherheitsausrüstung muss durch eine bessere Infrastruktur und ein verbessertes Fahrzeugdesign ergänzt werden - insbesondere bei e-Scootern. (vgl. "Blinker für e-Scooter geben Sicherheit im Straßenverkehr")

  • Die Verstärkung bestehender Maßnahmen erhöht die Sicherheit. Maßnahmen zur Straßenverkehrssicherheit machen die Mikromobilität ebenfalls sicherer: Geschwindigkeitsregulierung, Schulung der Verkehrsteilnehmer und Durchsetzung von Vorschriften gegen Fahrten unter Alkoholeinfluss. (vgl. "Was ist erlaubt und wo drohen Bußgelder?")



Mikromobilität ist sicher - wenn e-Scooter und Co. richtig genutzt werden!

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die Nutzung von Mikromobilität im Allgemeinen sicherer geworden ist, weil die Nutzer dazugelernt haben! Das gilt auch für Nutzung von Leihscootern! Aber auch alle neuen Formen von Mikromobilität (auch die ohne Lenk- und Haltestange wie die eWheels!) erachtet das Forum als wünschenswert und geeignet, die Sicherheit im städtischen Verkehr zu erhöhen. Es gibt allerdings noch viel zu tun, um ein allgemeines Bewusstsein zur sicheren Nutzung der Leichtfahrzeuge im Straßenverkehr zu schaffen. Ebenso müssen die PS-stärkeren Fahrzeughalter lernen, Leichtfahrzeuge zu respektieren und ihnen den nötigen Raum zu geben. Zusätzlich ist eine gegenseitige Rücksichtnahme erstrebenswert. Nicht auf sein Recht beharrend, sondern auch mal verzeihend, ist der respektvolle Verkehrsteilnehmer. Es gilt, Unfälle zu vermeiden. Das gelingt auch durch Anpassung von Geschwindigkeitsregelungen und Verkehrstrennung, sprich der Schaffung separater Verkehrsspuren. Die Behörden sind angewiesen, Verkehrsflächen anzupassen. Dazu gehören auch die Ausweisung von geeigneten Parkflächen. Sharing-Betreiber sollen in einen kontinuierlichen Austausch mit den Kommunen treten, um offen über die aktuellen Infrastrukturen zu informieren. Dazu sind die technischen Eingriffsmöglichkeiten in den Fahrzeuggebrauch zu überprüfen (u. a. Altersfreigabe, Alkoholkonsum, Vermeidung von Tandemfahrten).


Aber auch das verantwortungsvolle Verhalten der Fahrer von Kleinstfahrzeugen ist relevant. Hierzu gehört die Beherrschung des Fahrzeugs, das Einhalten von Verkehrsregeln und den Verzicht von Drogen und Alkohol bei der Nutzung und Teilnahme im Straßenverkehr. Das Tragen geeigneter Helme muss gefördert werden. In weiterführenden Schulen wird die Einführung eines Fahrschulunterrichts befürwortet.


Welche e-Scooter Vorschriften gelten in Europa?

Letztendlich ist eine einheitliche europäische Regulierung zur Nutzung von Kleinstfahrzeugen wünschenswert. Aktuell gibt noch recht unterschiedliche Regularien in den verschiedenen Ländern. So besteht für e-Scooter in Deutschland, Dänemark und Frankreich eine Versicherungspflicht, in anderen EU-Ländern jedoch nicht. In Griechenland besteht Helmpflicht und die Fahrt auf dem Bürgersteig ist erlaubt, anders als in Belgien oder Schweiz. In Österreich, Frankreich oder Norwegen dürfen schon 12-Jährige mit dem e-Scooter fahren, in Deutschland ist dies erst ab 14 Jahren erlaubt und in Belgien, Bulgarien, Schweiz und UK sogar erst ab 16 Jahren.



Tabelle miot e-scooter Verkehrsregeln in Europa
Sicherheitsvorschriften für e-Scooter in Europa

Dieser Flickenteppich an Vorschriften macht es den Nutzern nicht gerade leicht. Hier besteht Handlungsbedarf, um die Sicherheit beim Gebrauch von e-Scootern zu gewährleisten. Der Auftrag an die unterschiedlichen Länder der EU ist klar: Optimierung und Anpassung der Regularien an die aktuelle Situation. Das gibt Sicherheit, schafft ein respektvolles Miteinander und trägt zur nachhaltigen Mobilitätswende bei.


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