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Autosalon Paris: Kommt jetzt endlich das kleine, bezahlbare e-Auto?

vor 14 Minuten
4 Min. Lesezeit

Der Pariser Autosalon ("Mondial de l'Auto") ist vorbei - und stand ganz im Zeichen der Nostalgie. Mittendrin feierten mit der „Ente" und dem Smart #2 ikonische Modelle ein elektrisches Comeback. Wir waren zwar nicht vor Ort, haben aber die Pressemitteilungen und Berichte von der Messe für dich eingeordnet. Denn hinter dem Retro-Charme steckt eine ernsthafte Frage: Wird e-Mobilität endlich kleiner, leichter und bezahlbarer?


Kleine e-Autos sind endlich auf dem Vormarsch

Die Elektro-Ente: Retro mit Preisversprechen


Citroën zeigte in Paris den 2CV Concept. Die Studie ist 3,76 m lang und damit kürzer als das Original von 1948. Angepeilt sind rund 1.000 kg Gewicht, ein Stofffaltdach und ein bewusst reduziertes Cockpit ohne klassisches Armaturenbrett. Die Serienversion soll 2028 zum 80. Geburtstag der Ente erscheinen – zu einem Zielpreis von rund 15.000 €. Zur Einordnung: Die erste Ente leistete gerade einmal 9 PS, bis 1990 entstanden über fünf Millionen Exemplare. Technische Daten nennt Citroën bislang nicht. Angedeutet werden 200 bis 300 km Reichweite, zu Batteriegröße und Leistung gibt es keine Angaben. Preis und Gewicht sind also vorerst Versprechen, keine Fakten. Ein neues e-Auto für 15.000 € wäre in Europa heute dennoch ein echtes Novum – wir finden: mutig und genau die richtige Richtung!


  • Citroën 2CV Concept
  • Smart #2

Smart #2: Die Rückkehr des "Ur-Smart" als e-Auto!


Bereits marktreif und preislich etwas höher liegt der Smart #2. Der Zweisitzer ist nur 2,75 m kurz (Wendekreis 6,95 m) und seit 13. Oktober ab 19.990 € (Pure) vorbestellbar. Pure+ kostet 20.990 €, Premium 24.490 €, die auf 999 Stück limitierte Couture Edition 25.690 €. Angekündigt sind ein 60-kW-Heckmotor, eine 35,8-kWh-LFP-Batterie und bis zu 290 km WLTP. Per Gleichstrom lädt er mit bis zu 65 kW, von 10 auf 80% in rund 20 Minuten. Wichtig: Die Daten sind vorläufig, die EU-Typgenehmigung läuft noch, Marktstart ist 2027, und Überführungs- und Zulassungskosten kommen obendrauf.


Preisübersicht kleine e-Autos

Schon heute bestellbar: Twingo, R4 und R5, Fiat 500e, Audi A2

Preislich im Vordergrund steht der neue Renault Twingo E-Tech: In Deutschland startet er bei 19.990 € (Evolution), die Ausstattung Techno kostet 21.590 €. Dafür gibt es vier Türen, eine 27,5-kWh-LFP-Batterie, 60 kW und bis zu 262 km WLTP. Geladen wird mit bis zu 50 kW Gleichstrom, von 10 auf 80% in rund 30 Minuten. Mit 3,79 m Länge bleibt er handlich, gebaut wird er im slowenischen Novo Mesto. Damit liegt er knapp 5.000 € über dem 2CV-Ziel – ist aber schon bestellbar, nicht erst 2028.


  • Renault Twingo E-Tech
  • Renault 4 E-Tech
  • Renault 5 E-Tech

Dass Retro und Elektro zusammenpassen, zeigte Renault schon mit R4 und R5 E-Tech: Der R5 (3,92 m) schafft bis rund 410 km WLTP, der R4 bis zu 404 km. Beide starten mit 26.290 € (R5) bzw. 27.690 € (R4) aber deutlich teurer.


Und der Fiat 500e? Den gibt es längst: mit 24 oder 42 kWh Batterie, 190 bzw. 321 km WLTP-Reichweite und einem Preis von 25.990 € in der Basisvariante "POP". Darf es etwas mehr sein (und der Ausstattung anderer Fabrikate entspreichen, wählt man "ICON" (inkl. Klimaautomatik, 27.990 €) oder "LA PRIMA" (inkl. Navi und Rückfahrkamera) ab 30.990 €.


Auch der vor kurzem bereits vorgestellte und ebenfalls in Paris gezeigte Audi A2 e-Tron geht in die gleiche Richtung: Retro, elektrisch. Sein Preis liegt aber deutlich höher und beginnt erst ab 38.200 €. Er zeigt, wie weit der Weg zum 15.000-€-Ziel noch ist.


  • Fiat 500e
  • AUDI A2 e-tron

M1E: Was die EU für kleine e-Autos plant


Dass solche Autos wieder denkbar werden, liegt auch an Brüssel. Die EU-Kommission hat im Dezember 2025 mit dem „Automotive Omnibus" eine neue Unterkategorie M1E vorgeschlagen: rein batterieelektrische Pkw bis 4,20 m Länge. In der EU gebaute Modelle sollen bei den CO₂-Flottenzielen 1,3-fach zählen („Super-Credits"), die Anforderungen sollen zehn Jahre eingefroren werden. M1E-Autos bleiben dabei vollwertige Pkw – anders als Leichtfahrzeuge der Klasse L7e.


Übersicht Fahrzeugklassen M1E, L6e, L7e

Aber Achtung: Das ist bisher ein Vorschlag, kein geltendes Recht. Das Europäische Parlament soll nach aktueller Planung Ende November 2026 abstimmen, die Mitgliedstaaten haben Fragen zur Definition. Die Organisation ETSC warnt zudem vor einem Zwei-Klassen-System bei der Sicherheit. Was denkst du: sinnvolle Entlastung oder riskante Abkürzung?


Mini-Mobile: Fiat, Snørre und Tyn-E

Auch Fiat denkt klein. Ende Juni zeigte die Marke den Multiplina, eine Studie als Alltagsvariante des Topolino mit vier Sitzen. Laut Fiat tritt er in der Leichtfahrzeugklasse L7e an (die 45-km/h-Grenze der L6e-Klasse entfällt), soll rund 90 km/h schaffen und 2028 in den Verkauf gehen; der Name ist noch vorläufig. Er erinnert an den Fiat 600 Multipla von 1956. In Paris folgt mit dem Fiat Multiplay eine weitere Studie, die sich zwischen Pick-up und SUV verwandeln lässt – Maße, Antrieb und Serienpläne sind offen.


  • FIAT Multiplay
  • SNORRE Microcar

Das Berliner Start-up Snørre will ein Microcar bauen, das nach Spaß aussieht statt nach Notlösung. Laut Hersteller besteht die Karosserie zu 90% aus Recyclingaluminium, vier wechselbare Akkus (zusammen 8,8 kWh) sollen rund 110 km ermöglichen – als L6e mit 45 km/h oder L7e mit 85 km/h. Das Unternehmen ist noch in Gründung, Preis und Marktstart sind offen.


Schon weiter ist Tyn-E aus Waiblingen: Die Fahrzeuge werden in Schwaben entwickelt und bei einem Partner in China gefertigt. Der L7e-Transporter LTX startet laut electrive bei 18.990 € brutto, mit 620 kg Zuladung und bis zu 190 km Reichweite (noch nicht unabhängig verifiziert).


Weniger Gewicht, mehr Lust: Was wir uns von 2028 erhoffen


Wir halten die Mischung für spannend: eine Elektro-Ente mit Preisziel, ein Twingo für 19.990 € schon heute, eine EU-Klasse für kleine e-Autos und Leichtfahrzeuge von Fiat bis Snørre. Entscheidend wird, ob die Versprechen bei Preis, Gewicht und Reichweite bis 2028 gehalten werden. Wie wichtig ist dir beim nächsten e-Auto der Preis gegenüber der Reichweite?


Bis dahin findest du in unserer Fahrzeugsuche und der e-Garage Leichtfahrzeuge und e-Nutzfahrzeuge wie den Tyn-E TX7-e, und im e-Wiki erklären wir dir die Fahrzeugklassen von L1e bis L7e. Und wenn du ein Modell live erleben willst, vermitteln wir dir kostenlos eine Probefahrt.


Bilder: Hersteller | Grafiken und Recherche KI-unterstützt

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