Verbrenner verkaufen, gebrauchtes e-Auto kaufen: Lohnt sich der Umstieg 2026?
Wer aktuell tanken muss, zuckt kurz zusammen: Super E10 und Diesel bewegen sich auf Rekordniveau. Gleichzeitig sind gebrauchte e-Autos so günstig wie seit über einem Jahr nicht mehr, wie wir kürzlich gezeigt haben. Klar, dass sich viele fragen: Lohnt sich jetzt der Wechsel vom Verbrenner zum gebrauchten Stromer – und für wen rechnet sich das wirklich?

Rekordpreise an der Zapfsäule – was hinter dem Anstieg steckt
Laut ADAC-Auswertung vom 09.09.2026 kostete Super E10 im bundesweiten Mittel 2,259 Euro je Liter, Diesel lag bei 2,321 Euro – beides deutliche Aufschläge gegenüber der Vorwoche und nahe an den bisherigen Höchstständen. Mehrere Faktoren wirken hier zusammen: ein niedriger Rhein-Pegel, der den Kraftstofftransport per Binnenschiff behindert, ein gestiegener Rohölpreis sowie strukturell höhere Preise seit Einführung des sogenannten „Österreich-Modells" im April 2026, das Preisänderungen an der Zapfsäule auf einmal täglich begrenzt.

Der Gebrauchtmarkt im Wandel: Was sich seit unserem Bericht 2024 getan hat
Schon Ende 2024 haben wir uns ausführlich mit dem Gebrauchtwagenmarkt für e-Autos beschäftigt – damals stand vor allem die wachsende Auswahl durch Leasing-Rückläufer im Fokus, während die Preise grundsätzlich als attraktiv galten, weil der damalige Umweltbonus quasi „eingepreist" war. Seitdem hat sich einiges verschoben:
Der Bestand wächst deutlich schneller als noch 2024. Ende 2023 zählte das KBA rund 1,41 Millionen zugelassene BEV in Deutschland (+39,1 % gegenüber dem Vorjahr). Zum 1. Januar 2026 waren es bereits über 2,03 Millionen – ein Plus von 23,2 % innerhalb eines Jahres und erstmals mehr als 4 % Anteil am gesamten Pkw-Bestand. Mehr Fahrzeuge im Bestand bedeutet langfristig auch mehr Nachschub für den Gebrauchtmarkt.
Auf dem Gebrauchtmarkt selbst bleiben e-Autos aber weiterhin die Ausnahme. Laut einer DAT-Auswertung von KBA-Zahlen machten gebrauchte e-Autos 2025 nur 3,6 % aller Besitzumschreibungen aus – rund ein Drittel mehr als 2024, aber weit entfernt vom Neuwagenmarkt, wo BEV zuletzt fast jede fünfte Neuzulassung stellten. Wer 2024 noch von einem „sich entwickelnden" Markt sprach, sieht 2026 zwar deutlich mehr Auswahl, aber weiterhin ein Nischensegment.

Preislich hat sich das Bild spürbar verändert. 2024 lag der Fokus noch darauf, dass reale Gebrauchtpreise etwa auf Verbrenner-Niveau lägen. Mittlerweile zeigen DAT-Zahlen einen klar größeren Wertverlust bei e-Autos: Nach drei Jahren sind sie im Schnitt nur noch 49 bis 51 % ihres Neupreises wert, Verbrenner dagegen 62 bis 63 %. Seit Einführung der neuen, einkommensabhängigen Kaufprämie im Mai 2026 ist zusätzlich Bewegung in den Markt gekommen: Der Medianpreis fiel im Februar 2026 erstmals seit 14 Monaten unter 30.000 Euro, gebrauchte Verbrenner liegen bei etwa 25.000 Euro – der Aufpreis für den Umstieg beträgt also im Schnitt noch rund 4.700 Euro.
Ganz eindeutig ist der Trend aber nicht: Andere Marktbeobachter wie der AutoScout24-Preisindex meldeten im Frühjahr und Sommer 2026 zeitweise wieder steigende Durchschnittspreise für gebrauchte e-Autos – unter anderem, weil die aktuell hohen Kraftstoffpreise laut DAT-Barometer die Nachfrage nach gebrauchten Stromern zusätzlich befeuern. Für dich als Käufer heißt das: Es lohnt sich, die aktuellen Preise für dein Wunschmodell direkt zu vergleichen, statt sich auf eine einzelne Schlagzeile zu verlassen – genau das ermöglicht dir unsere e-Suche.
Auch das Modellangebot hat sich seit 2024 sichtbar verbreitert. Neben den damals bereits genannten Marken wie VW, Tesla, Stellantis, KIA oder Hyundai tauchen inzwischen deutlich mehr chinesische Marken wie BYD oder MG auch im Gebrauchtmarkt auf – ein Effekt der wachsenden Neuwagenverkäufe dieser Marken in den vergangenen Jahren.
Was ein gebrauchtes e-Auto kaufen wirklich bringt – Die Kosten im Vergleich
Den Aufpreis holt man über die Betriebskosten oft schneller wieder rein, als man denkt: Ein durchschnittlicher Verbrenner mit 7 Litern Verbrauch auf 100 km kostet beim aktuellen Dieselpreis rund 16 Euro pro 100 km. Ein e-Auto mit realistischem Verbrauch von etwa 17 kWh/100 km liegt beim Laden zu Hause (rund 30 Cent/kWh) bei nur etwa 5 Euro pro 100 km – selbst bei überwiegend öffentlichem Laden bleibt meist noch eine deutliche Ersparnis.
Bei der in Deutschland üblichen Jahresfahrleistung von rund 13.000 Kilometern kann sich daraus schnell eine vierstellige Ersparnis pro Jahr ergeben. Wie groß der Unterschied für dein eigenes Fahrprofil konkret ausfällt, hängt aber stark von Fahrleistung, Ladeverhalten und Strompreis ab. Am besten rechnest du das mit unserem Kostenrechner in wenigen Minuten für deine Situation durch.

Für wen sich der Wechsel jetzt besonders lohnt
Am meisten profitieren natürlich Pendlerinnen und Pendler sowie Vielfahrer mit hoher Jahresfahrleistung, da sich die Differenz bei den Betriebskosten pro gefahrenem Kilometer summiert. Besonders lohnenswert wird es für Haushalte mit eigener Wallbox oder sogar Photovoltaik-Anlage, weil hier der günstigste Ladestrom zur Verfügung steht. Auch wer ohnehin plant, den Verbrenner in den nächsten ein bis zwei Jahren zu ersetzen, kann angesichts der aktuellen Gebrauchtpreise gut jetzt zugreifen.
Nicht so eindeutig ist die Rechnung für "Wenigfahrer", die kaum tanken und entsprechend wenig von sinkenden Kilometerkosten profitieren – hier kann es dauern, bis sich der Kaufpreisaufschlag amortisiert. Ähnliches gilt, wenn ausschließlich öffentlich und ohne Vertragstarif geladen werden kann: Die Ersparnis fällt dann kleiner aus, bleibt aber bei den aktuellen Kraftstoffpreisen in den meisten Fällen trotzdem positiv.
So gehst du den Umstieg konkret an
Bevor du deinen Verbrenner verkaufst, lohnt sich ein Blick auf aktuelle Gebrauchtwagenbörsen oder ein Ankaufsangebot beim Händler, um eine realistische Preisvorstellung zu bekommen. Für die Suche nach dem passenden e-Auto empfehlen wir unsere e-Suche: Dort filterst du Angebote in deiner Nähe nach Budget, Reichweite und Ausstattung und findest so schnell Fahrzeuge, die tatsächlich zu deinem Alltag passen. Ist ein passendes Modell gefunden, lohnt sich vor dem Kauf in jedem Fall eine Probefahrt – über unsere kostenlose Probefahrtvermittlung bringen wir dich direkt mit dem passenden Händler zusammen.
Deine Rechnung, dein Tempo
Die Kombination aus Rekord-Spritpreisen und günstigen Gebrauchtpreisen für e-Autos macht 2026 zu einem Jahr, in dem sich der Umstieg und ein gebrauchtes e-Auto kaufen für viele rechnet – besonders für alle, die viel und regelmäßig fahren. Ob es sich auch für dich lohnt, lässt sich am zuverlässigsten mit echten Zahlen beantworten: Probier unseren Kostenrechner aus, schau in unserer e-Suche, was gerade in deiner Nähe verfügbar ist, und vereinbare unverbindlich eine Probefahrt. Was hält dich noch vom Umstieg ab?
Bild und Grafiken: KI-generiert | Quellen: ADAC, KBA, DAT, AutoUncle, AutoScout24



