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E-Motorrad Helm 2026: Welcher Helm passt zu deinem Elektro-Motorrad?

  • Autorenbild: Norman Kassler
    Norman Kassler
  • vor 1 Tag
  • 6 Min. Lesezeit

Wer auf ein Elektro-Motorrad umsteigt, braucht denselben Kopfschutz wie auf einem konventionellen Motorrad. Aber E-Motorradfahrer profitieren von einem entscheidenden Vorteil: Der fehlende Motorlärm macht das Fahren deutlich leiser — und stellt damit andere Anforderungen an den Helm. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Helmtypen es gibt, worauf du bei der Wahl für dein E-Motorrad achten solltest und welche Features 2026 wirklich wichtig sind.


E- Motorrad Helm mit HEadsaet


Helmpflicht für E-Motorräder: Was gilt in Deutschland?


In Deutschland besteht für alle Krafträder mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h eine Helmpflicht nach § 21a StVO. Das gilt natürlich auch für Elektro-Motorräder jeder Klasse — vom 125er E-Motorrad der Klasse A1 bis zum Hochleistungs-Stromer der Klasse A.

Der Helm muss einen „geeigneten Schutzhelm" darstellen. In der Praxis bedeutet das: Er muss mindestens der ECE-Norm entsprechen. Seit Juni 2022 gilt die neue ECE 22.06 als Zulassungsstandard für alle neu auf den Markt kommenden Helmmodelle. Ältere Helme mit ECE 22.05 dürfen weiterhin getragen werden, solange sie nicht beschädigt sind und nicht älter als 5–7 Jahre.


Wichtig: Für E-Motorräder der Klasse L3e (über 45 km/h) gelten dieselben Vorschriften wie für konventionelle Motorräder. Einen speziellen „E-Motorrad-Helm" gibt es rechtlich nicht — jeder ECE-zugelassene Motorradhelm ist geeignet.
→ Du willst wissen, welchen Führerschein du für dein E-Motorrad brauchst? Lies unseren Ratgeber zu Führerscheinklassen für E-Motorräder.

ECE 22.06: Der neue Sicherheitsstandard


Die ECE 22.06 ist der aktuell strengste Sicherheitsstandard für Motorradhelme in Europa. Gegenüber der Vorgängernorm ECE 22.05 wurde sie um rund ein Drittel erweitert. Die wichtigsten Neuerungen sind verschärfte Aufpralltests bei drei verschiedenen Geschwindigkeiten (statt zuvor einer), ein neuer Rotationstest, der die Belastung bei schrägen Aufprällen simuliert, strengere Prüfungen für Visier, Kinnriemen und Verschlussmechanismen sowie zusätzliche Abstreiftests.

Beim Kauf eines neuen Helms in 2026 solltest du auf die ECE 22.06 Kennzeichnung achten. Du erkennst sie am E-Zeichen auf dem Prüflabel — ein „E" im Kreis zusammen mit der Prüfnummer. Der Buchstabe „06" am Ende der Prüfnummer weist auf die aktuelle Norm hin.


Welche Helmtypen gibt es?


Integralhelm — der Allrounder


Der Integralhelm bietet den höchsten Schutz aller Helmtypen. Er umschließt den gesamten Kopf inklusive Kinn und verfügt über ein aufklappbares Visier. Für E-Motorradfahrer, die regelmäßig auf Landstraßen oder Autobahnen unterwegs sind, ist der Integralhelm die beste Wahl.

Besonders auf E-Motorrädern wie der Zero SR/F oder der Energica Ego, die Geschwindigkeiten von über 160 km/h erreichen, bietet der Integralhelm die nötige Aerodynamik und den besten Schutz bei hohen Geschwindigkeiten.

Gewicht: typischerweise 1.200–1.600 g (Fiberglas/Carbon) bis 1.800 g (Thermoplast).


Klapphelm — Komfort trifft Sicherheit


Der Klapphelm vereint die Vorteile von Integral- und Jethelm: Die Kinnpartie lässt sich hochklappen, was das Auf- und Absetzen erleichtert und besonders für Brillenträger komfortabel ist. Hochwertige Klapphelme mit P/J-Doppelhomologation (geprüft als Integral- UND Jethelm) bieten ein Sicherheitsniveau, das dem Integralhelm nahekommt.

Für E-Motorrad-Pendler, die häufig an Ladestationen halten und den Helm kurz hochklappen wollen, ist der Klapphelm eine ausgezeichnete Wahl.

Gewicht: typischerweise 1.500–1.900 g — etwas schwerer als Integralhelme durch die Klappmechanik.


Jethelm — der Urbane


Der Jethelm (auch Halbschalenhelm) lässt das Gesicht frei und bietet ein uneingeschränktes Sichtfeld. Er ist leicht, luftig und ideal für den Stadtverkehr mit E-Motorrädern oder E-Mopeds bis 45 km/h.

Der Nachteil: Im Kinnbereich bietet er keinen Schutz. Für Geschwindigkeiten über 80 km/h ist ein Jethelm daher nicht zu empfehlen.

Gewicht: typischerweise 900–1.200 g — der leichteste Helmtyp.


Enduro-/Adventurehelm — für E-Motocross und Gelände


Wer mit einem elektrischen Offroad-Motorrad wie der Stark Varg oder der KTM Freeride E-XC im Gelände unterwegs ist, braucht einen Endurohelm. Das markante Schirmchen schützt vor Sonne und Schmutz, die weit vom Gesicht entfernte Kinnpartie sorgt für gute Belüftung.

Moderne Adventurehelme wie der Schuberth E2 bieten eine P/J-Doppelhomologation und eignen sich damit sowohl für Straße als auch Gelände.


Vergleiche alle E-Motorrad Modelle in unserer E-Motorrad Übersicht oder finde dein passendes 125er Modell im 125er E-Motorrad Vergleich.



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Warum E-Motorradfahrer beim Helm besondere Vorteile haben


Weniger Lärm = mehr Helmkomfort


Der größte Unterschied zwischen einem konventionellen und einem elektrischen Motorrad ist die Geräuschkulisse. Ohne Verbrennermotor entfällt eine massive Lärmquelle. Das bedeutet: Windgeräusche werden auf dem E-Motorrad zum dominierenden Faktor.

Auf einem konventionellen Motorrad können bei Autobahngeschwindigkeit bis zu 110 dB(A) im Helm entstehen — davon stammt ein erheblicher Teil vom Motor. Auf einem E-Motorrad reduziert sich das auf die reinen Windgeräusche, typischerweise 85–95 dB(A) bei 120 km/h. Das schont das Gehör und macht lange Fahrten angenehmer.

Helmhersteller investieren zunehmend in Aerodynamik und Geräuschdämmung. Modelle wie der Schuberth C5 mit Active Noise Cancellation (ANC) sind speziell auf leise Fahrumgebungen optimiert — ein Helm, der wie geschaffen ist für E-Motorradfahrer.


Bluetooth & Kommunikation: Perfektes Zusammenspiel


Durch die geringe Geräuschkulisse auf dem E-Motorrad funktionieren Bluetooth-Kommunikationssysteme im Helm deutlich besser als auf konventionellen Maschinen. Telefonate, Navigation und Musik sind klar verständlich, ohne die Lautstärke auf Maximum drehen zu müssen.

Die wichtigsten Kommunikationssystem-Hersteller sind Cardo (PackTalk, Freecom-Serie), Sena (50S, 50R, Spider ST1) und Schuberth (SC2, SC Edge ANC — fest integriert in Schuberth-Helme). Viele Helme sind bereits ab Werk für die Nachrüstung vorbereitet — achte beim Kauf auf Aussparungen für Lautsprecher und Mikrofon.

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Worauf du beim Kauf achten solltest


Passform & Größe

Die Passform ist das wichtigste Kriterium — ein Helm, der nicht richtig sitzt, schützt im Ernstfall nicht optimal. So misst du deine Helmgröße: Lege ein Maßband etwa 1 cm über den Augenbrauen um den Kopf und miss den Umfang. Die meisten Hersteller bieten Größentabellen von XS (53–54 cm) bis XXL (63–64 cm).

Wichtig: Ein neuer Helm darf sich leicht eng anfühlen — das Innenfutter gibt mit der Zeit nach. Ein Helm, der beim Aufsetzen bereits locker sitzt, wird nach einigen Wochen zu groß sein.


Gewicht

Gerade auf dem E-Motorrad, wo du ohne Motorvibrationen unterwegs bist, fällt ein schwerer Helm stärker auf. Leichte Helme aus Fiberglas (ab ca. 1.200 g) oder Carbon (ab ca. 1.000 g) bieten maximalen Komfort auf langen Strecken. Thermoplast-Helme (ab ca. 1.500 g) sind eine günstigere, aber schwerere Alternative.


Belüftung

E-Motorräder produzieren keine Abwärme vom Motor, die beim Fahren nach oben strömt. Das macht die Helmbelüftung noch wichtiger. Achte auf verstellbare Lufteinlässe am Kinn und Oberkopf sowie Abluftöffnungen am Heck.


Visier

Ein kratzfestes Visier mit Pinlock-Vorbereitung (Anti-Beschlag-Innenscheibe) ist Standard bei hochwertigen Helmen. Eine integrierte Sonnenblende ist besonders praktisch — so sparst du dir eine zusätzliche Sonnenbrille.


Unsere Empfehlungen nach Fahrertyp


Für Pendler & Stadtfahrer (E-Moped / 125er E-Motorrad)

Wer hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist und selten über 80 km/h fährt, ist mit einem hochwertigen Jethelm oder einem leichten Klapphelm gut beraten. Wichtig sind hier eine gute Belüftung, ein breites Sichtfeld und ein einfaches Auf- und Absetzen. Preislich liegt ein guter Stadthelm zwischen 150 und 350 €.


Für Tourenfahrer (E-Motorrad ab 11 kW)

Auf längeren Strecken zählen Komfort, Aerodynamik und Geräuschdämmung. Ein hochwertiger Klapphelm oder Integralhelm mit Bluetooth-Vorbereitung ist hier die richtige Wahl. Empfehlenswert sind Modelle mit P/J-Homologation, damit du an Ladestopps den Helm bequem als Jethelm nutzen kannst. Preislich: 400–800 €.


Für Sportfahrer (E-Motorrad ab 35 kW)

Wer die Leistung von Maschinen wie der Zero SR/S oder Energica ausreizt, braucht einen sportlichen Integralhelm mit Carbon- oder Fiberglas-Schale, aerodynamischem Profil und minimalem Gewicht. In dieser Kategorie bewegen sich die Preise zwischen 500 und 1.000+ €.


Für Geländefahrer (E-Motocross / E-Enduro)

Für elektrische Offroad-Motorräder eignen sich Crosshelme oder Adventurehelme mit guter Belüftung und Schirmchen. Da im Gelände häufig eine Schutzbrille statt eines Visiers getragen wird, achte auf eine kompatible Helmform. Preislich: 200–600 €.

Du bist noch auf der Suche nach dem richtigen E-Motorrad? Vergleiche die besten Modelle im E-Motorrad Vergleich 2026.


Helm-Pflege: So hält dein Helm länger


Ein Motorradhelm ist ein Verschleißteil und sollte alle 5–7 Jahre ersetzt werden — auch ohne sichtbare Schäden. Die Schale und vor allem das EPS (Styropor-Innenschale) verlieren mit der Zeit ihre Schutzwirkung durch UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Materialermüdung.

Reinige das Visier mit lauwarmem Wasser und einem Mikrofasertuch — keine aggressiven Reiniger oder Küchenpapier, da diese Kratzer verursachen. Das herausnehmbare Innenfutter kannst du bei den meisten Helmen mit Handwäsche bei maximal 30 °C reinigen. Lasse den Helm nach jeder Fahrt an der Luft trocknen, aber nicht in direkter Sonneneinstrahlung oder auf der Heizung.

Nach einem Sturz oder Unfall muss der Helm immer ersetzt werden — auch wenn äußerlich keine Schäden erkennbar sind. Die Schutzwirkung kann durch unsichtbare Haarrisse in der Schale oder komprimiertes EPS bereits beeinträchtigt sein.


FAQ: Häufige Fragen zum E-Motorrad Helm


Brauche ich für ein E-Motorrad einen speziellen Helm? Nein. Jeder ECE-zugelassene Motorradhelm ist für E-Motorräder geeignet. Es gibt keinen rechtlichen oder technischen Unterschied.


Welche Helmgröße brauche ich? Miss deinen Kopfumfang ca. 1 cm über den Augenbrauen. XS = 53–54 cm, S = 55–56 cm, M = 57–58 cm, L = 59–60 cm, XL = 61–62 cm, XXL = 63–64 cm.


Was kostet ein guter Motorradhelm? Einsteigerhelme mit ECE 22.06 gibt es ab ca. 100–150 €. Mittelklasse-Helme mit guter Ausstattung kosten 300–500 €. Premium-Helme aus Carbon mit ANC oder integriertem Kommunikationssystem liegen bei 700–1.000+ €.


Lohnt sich ein Bluetooth-Kommunikationssystem? Auf dem E-Motorrad auf jeden Fall. Durch den fehlenden Motorlärm ist die Sprachqualität hervorragend. Nachrüstbare Systeme gibt es ab ca. 30 € (einfache Headsets) bis 400 € (Premium-Kommunikationssysteme mit Mesh-Intercom).


Darf ich mit einem Fahrradhelm E-Motorrad fahren? Nein. Für Krafträder über 20 km/h ist ein „geeigneter Schutzhelm" nach StVO Pflicht. Ein Fahrradhelm erfüllt diese Anforderung nicht, da er nicht ECE-zertifiziert ist.

Mehr Wissen rund um E-Mobilität findest du in unserem E-Wiki.



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