Elektrische Simson 2026: Alles über den MID50 Umbausatz von Second Ride
- Norman Kassler

- vor 1 Tag
- 4 Min. Lesezeit

Die Simson ist mehr als ein Moped
— sie ist ein Stück deutsche Mobilitätsgeschichte. Ob S51, Schwalbe oder Star: Rund sechs Millionen Exemplare liefen in Suhl vom Band, und bis heute begeistern die Zweiräder aus DDR-Produktion eine treue Fangemeinde. Doch wer seinen Klassiker nicht nur pflegen, sondern auch im Alltag nutzen will, kennt die Kehrseite: Vergaserstress, Startprobleme bei Kälte und der unvermeidliche Zweitaktgeruch.
Genau hier setzt das Berliner Startup Second Ride an. Nach dem erfolgreichen SR24-Umbausatz hat das Team um die Gründer Carlo Schmid und Sebastian Marten mit dem MID50 eine komplett neue Generation entwickelt — universeller, leistungsstärker und mit deutlich mehr Reichweite. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du vor dem Kauf wissen musst.
Was ist der MID50 Umbausatz?
Der MID50 ist ein Elektro-Umrüstkit, das den Verbrennungsmotor deiner Simson durch einen elektrischen Antrieb ersetzt. Das Besondere am neuen System: Statt den gesamten Motor auszubauen, wird nur das zentrale Motorgehäuse getauscht. Seitendeckel und Zylinder deiner originalen Simson bleiben erhalten — die Optik bleibt damit nahezu unverändert.
Das Kit ist aktuell für folgende Modelle verfügbar:
Simson S50, S51 und S70
Simson Schwalbe KR51/1 und KR51/2
Weitere Modelle (Star, Habicht, Sperber) über Reservierung
Durch modulare Adapterkits will Second Ride das System perspektivisch sogar für andere Marken wie Honda, Zündapp oder Kawasaki anbieten — weltweit kommen laut Hersteller über 150 Millionen Kleinkrafträder mit Mittelmotor als potenzielle Kandidaten infrage.
Technische Daten im Überblick
Hier die wichtigsten Eckdaten des MID50-Kits auf einen Blick:
Leistung: Bis zu 20 PS im offenen Modus (Offroad). Für die Straßenzulassung wird auf 4 kW (5,5 PS) und 60 km/h gedrosselt — die Simson-Sonderregelung bleibt also erhalten.
Reichweite: Bis zu 110 km mit zwei herausnehmbaren Akkumodulen (je 2 kWh Kapazität). Mit einem einzelnen Akku sind rund 50–70 km drin, je nach Fahrweise und Gelände.
Ladezeit: Mit dem Standard-Ladegerät (350 W) werden etwa 9 km Reichweite pro Ladestunde nachgeladen. Das optionale 1.000-W-Ladegerät schafft bis zu 26 km pro Stunde.
Gewicht: Die Sitzbank mit integriertem Akku wiegt ca. 14 kg — der Unterschied zum Original ist beim Fahren kaum spürbar.
Umbauzeit: Second Ride gibt einen Nachmittag an. Community-Berichte bestätigen: Mit guter Vorbereitung sind 2–3 Stunden realistisch.
Was kostet die elektrische Simson?
Der MID50-Umbausatz startet bei rund 2.500 Euro. Je nach gewählter Konfiguration kommen Zusatzkosten hinzu:
Das 1.000-W-Schnellladegerät schlägt mit ca. 100 Euro extra zu Buche. Ein zweites Akkumodul für die volle 110-km-Reichweite erhöht den Preis ebenfalls. Dazu kommen die Kosten für die TÜV-Abnahme (ca. 146 Euro laut Community-Berichten) und die Änderung bei der Zulassungsstelle (ca. 14,30 Euro).
Wer also das Komplettpaket mit zwei Akkus, Schnellladegerät und allen Nebenkosten rechnet, sollte mit einem Budget von ca. 3.000–3.500 Euro kalkulieren. Klingt nach viel? Zum Vergleich: Eine gut erhaltene Simson S51 kostet auf dem Gebrauchtmarkt oft schon 2.000–4.000 Euro. Und im Betrieb sparst du dir Benzin, Ölwechsel und den regelmäßigen Vergaserservice.
Second Ride bietet aktuell auch eine 0%-Finanzierung über bis zu 12 Monate an — das macht den Einstieg deutlich leichter.
MID50 vs. SR24: Was hat sich verbessert?
Für alle, die den Vorgänger SR24 kennen — und für die, die den Kauf bisher aufgeschoben haben — hier die wichtigsten Neuerungen:

Die Gussgehäuse des MID50 ersetzen die früheren Kunststoffteile, was Haltbarkeit und Optik deutlich verbessert. Die Reichweite hat sich mit zwei Akkus von ca. 50 km auf bis zu 110 km mehr als verdoppelt. Die maximale Leistung stieg von 5,5 PS auf bis zu 20 PS im offenen Modus. Dazu kommen Bluetooth-Konnektivität und die neue Second Ride App, über die sich Ladezustand, Fahrparameter und Software-Updates verwalten lassen.
Besonders clever: Die patentierte Kontaktierungstechnologie der Batteriezellen leitet Wärme so effizient ab, dass auf eine aktive Kühlung komplett verzichtet werden kann.
Zulassung und TÜV: So läuft es ab
Ein häufiges Bedenken beim Elektro-Umbau ist das Thema Zulassung. Die gute Nachricht: Second Ride liefert ein TÜV-Teilegutachten mit, das den Prozess erheblich vereinfacht.
Der Ablauf in der Praxis sieht so aus: Nach dem Einbau nimmst du einen Termin bei TÜV, DEKRA oder einem anderen Technischen Prüfdienst wahr. Dort wird der Umbau begutachtet und in die Fahrzeugpapiere eingetragen. Community-Mitglieder berichten, dass die Abnahme in der Regel problemlos verläuft und die bisherige Fahrzeugklasse erhalten bleibt. Anschließend gehst du mit dem Gutachten zur Zulassungsstelle, wo die Änderung in der Zulassungsbescheinigung Teil I vermerkt wird.
Wichtig: Die 60-km/h-Sonderregelung für Simson-Mopeds bleibt nach dem Umbau bestehen. Du darfst also weiterhin mit Moped-Führerschein (Klasse AM bzw. alte DDR-Fahrerlaubnis) unterwegs sein.
Für wen lohnt sich der Umbau?
Der MID50-Umbausatz ist vor allem interessant für Simson-Besitzer, die ihren Klassiker im Alltag nutzen wollen, ohne auf die typischen Zweitakt-Probleme Rücksicht nehmen zu müssen. Keine Startprobleme im Winter, kein Ölnachfüllen, kein Vergasereinstellen — stattdessen zuverlässiger Elektroantrieb bei voller Retro-Optik.
Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: Statt ein neues E-Moped zu kaufen, gibst du einem bestehenden Fahrzeug ein zweites Leben. Das spart Ressourcen und hält einen Klassiker auf der Straße, der sonst vielleicht in der Scheune verstauben würde.
Weniger geeignet ist der Umbau, wenn du deine Simson ausschließlich als originalgetreues Sammlerstück erhalten willst — auch wenn Second Ride betont, dass der Umbau vollständig reversibel ist und keine Teile zerstört werden.

Fazit: Kult trifft Zukunft
Mit dem MID50 hat Second Ride einen großen Schritt gemacht: vom Nischenprodukt für Simson-Enthusiasten hin zu einem universellen Elektro-Umrüstsystem, das perspektivisch Millionen von Mopeds weltweit elektrifizieren könnte. Für Simson-Fans im DACH-Raum ist das Kit schon jetzt die überzeugendste Möglichkeit, Kultstatus und moderne Mobilität unter einen Hut zu bringen.
Alle Umbausätze und die aktuelle Preisübersicht findest du direkt bei Second Ride.

