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Citroën ë-2CV: Kehrt die legendäre "Ente" bald als e-Auto zurück?

Fiat hat es mit dem 500 vorgemacht, Renault mit R5, R4 und Twingo – und jetzt zieht auch Citroën nach: Die Marke bringt eine der bekanntesten Ikonen der Automobilgeschichte als e-Auto zurück. Der neue Citroën ë-2CV, vielleicht bald liebevoll "e-nte" genannt, soll ab 2028 bezahlbare Elektromobilität nach Europa bringen. Wir fassen für dich zusammen, was du über das Comeback der Legende schon jetzt wissen musst.


Der neue Citroën ë-2CV? Bild KI generiert von voylt.com
Sieht so der neue ë-2CV aus? Wir fänden's toll! (Bild KI-generiert von voylt)

Offizielle Ankündigung mit emotionalem Auftritt


Am 21. Mai 2026 machte Citroën-Chef Xavier Chardon die Rückkehr der Ente offiziell – im Rahmen der Präsentation des neuen Stellantis-Strategieplans "FaSTLAne 2030" in Auburn Hills bei Detroit. Mit 60 Milliarden Euro über fünf Jahre will Stellantis seine Modellpalette erneuern und dabei bezahlbare e-Autos zu einem zentralen Baustein machen. Der Auftritt war bewusst emotional inszeniert: Als Chardon den Namen "2CV" - französisch wird er meist einfach „deux chevaux“ (ausgesprochen etwa dö sch'vo) oder kurz „deuche“ genannt - erwähnte, reagierte das Publikum mit Applaus. Damit vollzieht Citroën eine Kehrtwende. Chardons Vorgänger Thierry Koskas hatte dem Retro-Trend in der Branche noch eine klare Absage erteilt. Die Grundidee des 2CV als preiswertes Einstiegsmodell existierte laut Citroën aber im Hintergrund immer weiter – und wird nun neu belebt.


Die Geschichte der Ente: Vom Kriegsprojekt zur Ikone


Um zu verstehen, warum Citroën ausgerechnet den 2CV reaktiviert, lohnt sich ein Blick zurück. Die Wurzeln des in Deutschland in Anlehnung an seine Form und "watschelnden" Fahrverhaltens "Ente" genannten Erfolgsmodells reichen bis in die 1930er-Jahre zurück: Unter dem Kürzel TPV ("Toute Petite Voiture" – ganz kleines Auto) entwickelte Citroën ein radikal einfaches Fahrzeug für die ländliche Bevölkerung Frankreichs. Die Vorgabe des damaligen Citroën-Chefs Pierre Boulanger war legendär konkret: Das Auto sollte vier Personen und 50 Kilogramm Kartoffeln transportieren können, mit 60 km/h fahren und dabei so sanft über einen holprigen Acker rollen, dass ein Korb Eier auf dem Beifahrersitz heil bleibt.


Prototyp des Citroën 2CV von 1939

Der Zweite Weltkrieg verzögerte die Markteinführung um ein Jahrzehnt. Erst 1948 feierte der 2CV auf dem Pariser Autosalon seine offizielle Premiere – also am selben Ort, an dem 2026 auch das neue Concept Car gezeigt wird. Mit seinem luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor, der Wellblech-Karosserie und dem markanten Understatement traf der 2CV einen Nerv: einfache, robuste und vor allem bezahlbare Mobilität für alle. Bis zum Produktionsende 1990 entstanden knapp 3,9 Millionen Limousinen sowie über 1,2 Millionen Lieferwagen-Varianten – zusammengerechnet also mehr als fünf Millionen Fahrzeuge. Die Ente wurde dabei weit über Frankreich hinaus zum Symbol: für eine ganze Generation, für die Studentenbewegung der 1968er-Jahre und bis heute für ein bestimmtes Lebensgefühl abseits von Statussymbolen. Genau an diese Geschichte will Citroën mit dem neuen ë-2CV anknüpfen – 80 Jahre nach der Premiere des Originals, diesmal aber komplett elektrisch.


Sondermodell Citroën 2CV Charleston aus 1982

Wann kommt der neue Citroën ë-2CV?


Der Fahrplan steht bereits fest:

  • Oktober 2026: Weltpremiere als Concept Car auf der Mondial de l'Auto in Paris (7. bis 18. Oktober 2026)

  • 2028: Serienstart, exakt 80 Jahre nach der Premiere des Original-2CV im Jahr 1948


Bis zur Pariser Messe hält sich Citroën bei den Details bedeckt. Ein erstes Teaserbild sowie ein kurzes Video zeigen die Silhouette des Wagens bislang nur schemenhaft – Chardon scherzte vor der Presse, man habe das Fahrzeug extra "in einem Tunnel fotografiert". Wer die Ente im vollen Licht sehen will, müsse eben nach Paris kommen.


Technische Basis: e-Car-Plattform von Stellantis

Der neue 2CV wird das erste Modell auf Basis der neuen Stellantis "E-Car"-Plattform sein, die speziell für kompakte, günstige e-Autos unter vier Metern Länge entwickelt wurde – also unterhalb von Citroën ë-C3 und Fiat Grande Panda angesiedelt. Beobachter erwarten eine Fahrzeuglänge zwischen 3,50 und 3,70 Metern, womit sich der 2CV eher in Richtung Renault Twingo oder japanischer Kei-Cars bewegt als in die klassische Kleinwagenklasse.

Zur Batteriegröße gibt es noch keine offiziellen Angaben. Da die aktuelle ë-C3 mit 43,8 kWh auf eine Reichweite von 310 Kilometern kommt, der neue 2CV aber günstiger werden soll, rechnen Branchenbeobachter mit einer kleineren Batterie im Bereich von rund 30 kWh und einer Reichweite von über 200 Kilometern. Auch der Einsatz von LFP-Zellen mit Reichweiten um 250 Kilometer wird diskutiert. Interessant: Für die Entwicklung der neuen E-Car-Familie kooperiert Stellantis Berichten zufolge mit chinesischen Partnern wie Leapmotor und Dongfeng, mit denen bereits bestehende Vereinbarungen existieren. Gebaut werden soll der neue 2CV ab 2028 im italienischen Werk Pomigliano d'Arco bei Neapel – gemeinsam mit den Schwestermodellen von Fiat und Opel.


Design: Hommage statt Retro-Kopie

Citroën-Designchef Pierre Leclercq hatte bereits Ende 2025 angedeutet, dass die Marke intensiv an einer modernen Interpretation des 2CV arbeitet. Der Anspruch: keine reine nostalgische Kopie, sondern die Übertragung der ursprünglichen Philosophie – Einfachheit, Zweckmäßigkeit, Alltagstauglichkeit – in die Gegenwart. Aus dem bisher von Citroën veröffentlichten Teaserbild lassen sich einige Designelemente nur erahnen: gerundete Kotflügel, eine eher flache Frontscheibe und eine gewölbte Dachlinie erinnern an das Original. Auch die charakteristische, leicht gewölbte Motorhaube soll erhalten bleiben. Die freistehenden, aus der Karosserie herausragenden Frontscheinwerfer des Originals dürften dagegen der Geschichte angehören – sie wären mit heutigen Crashtest-Anforderungen kaum vereinbar.


Teaserbild des ë-2CV aus der offiziellen Präsentation von Citroën

Der Preis: Kampfansage an chinesische Billig-Stromer

Das wohl wichtigste Detail ist der geplante Einstiegspreis: unter 15.000 Euro. Damit positioniert sich Citroën bewusst als europäische Antwort auf günstige e-Autos aus China und will gleichzeitig näher an die Kostenparität zwischen Elektro- und Verbrennerantrieb heranrücken, die Stellantis bis 2028 anstrebt. Zum Vergleich: Der neue Renault Twingo zielt in eine ähnliche Preisregion, während die Renault 5 deutlich teurer positioniert ist. Innerhalb des eigenen Konzerns dürfte sich der 2CV zudem ein enges Rennen mit dem elektrischen Fiat Panda um dieselbe Zielgruppe liefern – hier wird sich zeigen, welche Marke bei Stellantis intern die besseren Produktionskapazitäten und das stärkere Marketing-Budget bekommt.


Warum das Comeback strategisch wichtig ist

Der Hintergrund der Ankündigung ist auch wirtschaftlich zu verstehen: Stellantis verzeichnete 2025 einen Verlust von über 20 Milliarden Euro. Bezahlbare e-Autos für den Massenmarkt gelten als einer der wichtigsten Hebel, um die Marktanteile in Europa gegen chinesische Hersteller zu verteidigen. Dass ausgerechnet die Ente – über fünf Millionen verkaufte Exemplare zwischen 1949 und 1990 – als Zugpferd dafür herhalten soll, ist kein Zufall: Renault hat mit der elektrischen R5 bereits gezeigt, dass sich Retro-Elektromobilität kommerziell auszahlen kann.


Der große Auftritt der Ente steht noch bevor


Offizielle technische Daten zum Citroën ë-2CV gibt es noch nicht – die werden frühestens im Oktober 2026 auf der Mondial de l'Auto in Paris folgen. Klar ist aber schon jetzt: Mit einem Einstiegspreis unter 15.000 Euro und dem emotionalen Kapital der Ente im Rücken hat Citroën alle Zutaten für einen echten Verkaufserfolg beisammen. Ob die Neuauflage dem großen Vorbild gerecht wird, entscheidet sich spätestens beim Marktstart 2028.


Wir halten dich auf voylt.com auf dem Laufenden, sobald Citroën in Paris weitere Details zum ë-2CV enthüllt.


Bilder: Citroën, KI-generiert

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