top of page

BAFA-Zwischenbilanz: 26.875 Bewilligungen für die neue e-Auto-Kaufprämie

24. Aug.
4 Min. Lesezeit
Die Kaufprämie fürs neue e-Auto löst Freude aus!

Rund zweieinhalb Monate nach dem Start der neuen staatlichen Kaufprämie für e-Autos hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erstmals belastbare Zahlen veröffentlicht – und will das künftig monatlich tun. Zum Stichtag 1. August 2026 stehen 26.875 bewilligte Anträge und 117 Millionen Euro ausgezahlte Fördermittel zu Buche. Was die Statistik über die Förderpraxis verrät und wer bisher am meisten von der Prämie profitiert, zeigt der Blick ins Detail.


Die wichtigsten Zahlen im Überblick


Seit dem 19. Mai 2026 können Privatpersonen beim Kauf oder Leasing eines Neuwagens die neue e-Auto-Kaufprämie beantragen. Je nach Antriebsart, Einkommen und Familiengröße sind zwischen 1.500 und 6.000 Euro drin. Voraussetzung ist eine Erstzulassung ab dem 1. Januar 2026. Zuständig für die Abwicklung ist das BAFA, das die Förderung bereits von 2016 bis 2023 in Form des Umweltbonus verwaltet hatte.


BAFA Zwischenbilanz zur e-Auto-Kaufprämie 2026

Die erste offizielle Auswertung zeigt:

  • 26.875 Anträge waren zum 1. August bewilligt, 117 Millionen Euro bereits ausgezahlt

  • 24.794 Bewilligungen entfielen auf reine Batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV), 2.081 auf Plug-in-Hybride (PHEV) – macht 92 % reine Stromer und 8 % Plug-in-Hybride

  • Käufe und Leasingfälle halten sich mit 13.689 zu 13.186 nahezu die Waage

  • Im Schnitt flossen pro Haushalt 4.350 Euro Förderung – also deutlich weniger als der maximal mögliche Betrag von 6.000 Euro


Deutlich dynamischer als die Bewilligungen entwickelt sich die Zahl der eingereichten Anträge: Bereits Anfang August wurde die Marke von 100.000 Anträgen überschritten, also fast das Vierfache der bisherigen Bewilligungen. Das BAFA hat damit auf absehbare Zeit gut zu tun – die Bearbeitungsdauer liegt üblicherweise bei sechs bis zwölf Wochen.


Wer profitiert: Einkommen und Haushaltsstruktur


Besonders aufschlussreich ist die Aufschlüsselung nach Einkommensstufen. Rund die Hälfte aller bewilligten Anträge (13.064) entfällt auf Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 45.000 Euro. Die beiden nächsten Stufen – 45.001 bis 60.000 Euro (6.043 Bewilligungen) und 60.001 bis 80.000 Euro (6.840 Bewilligungen) – kommen zusammen auf knapp 13.000 weitere Fälle. In den beiden höchsten Einkommensstufen (80.001 bis 85.000 Euro sowie über 90.000 Euro) wurden dagegen nur 714 beziehungsweise 214 Anträge bewilligt.


BAFA Zwischenbilanz zur e-Auto-Kaufprämie 2026

Die Staffelung der Prämie nach Einkommen und Kinderzahl zeigt hier offenbar Wirkung: Die Förderung kommt überwiegend (rd. 71%) bei Haushalten mit niedrigerem bis mittlerem Einkommen an – also genau der Zielgruppe, die sich ein neues e-Auto ohne Zuschuss womöglich seltener leisten würde.

Bei der Haushaltsstruktur fällt auf, dass die deutliche Mehrheit der Antragstellenden kein förderrelevantes Kind angegeben hat: 17.042 Bewilligungen stammen aus Haushalten ohne Kind, 3.265 aus Haushalten mit einem und weitere aus Haushalten mit mindestens zwei förderrelevanten Kindern. Das erklärt auch, warum die durchschnittlich ausgezahlte Summe pro Haushalt mit 4.350 Euro unter dem theoretischen Maximum liegt: Die volle Förderhöhe von 6.000 Euro erreichen vor allem einkommensschwächere Familien mit mehreren Kindern.


BAFA Zwischenbilanz zur e-Auto-Kaufprämie 2026

Hersteller- und Modell-Rangliste: Tesla vorn, VW-Konzern in der Summe stärker


Beim Blick auf die Konzernebene liegt die Volkswagen AG (inklusive Skoda, VW und Cupra) mit 6.239 Bewilligungen vorn, gefolgt von Tesla mit 4.590 und Stellantis mit 3.838. Da bei Volkswagen mehrere Marken zusammengefasst werden, ist auf Einzelmarken-Ebene tatsächlich Tesla die klare Nummer eins.


BAFA Zwischenbilanz zur e-Auto-Kaufprämie 2026

Bei den einzelnen Modellen zeigt sich folgendes Bild an der Spitze:

  1. Tesla Model Y – 3.067 Bewilligungen

  2. Skoda Elroq – 2.148

  3. Tesla Model 3 – 1.517

  4. Hyundai Inster – 1.092

  5. VW ID.3 – 958


Bemerkenswert ist außerdem der Leapmotor T03, der über das Joint Venture mit Stellantis vermarktet wird und überproportional gut abschneidet – während kein BYD-Modell den Sprung in die Top 10 schafft. Das ist auch deshalb interessant, weil vor der Veröffentlichung der Statistik Gerüchte kursierten, wonach die Förderung vor allem chinesischen Marken zugutekomme. Die Zahlen relativieren das: Laut einer Analyse der "Automobilwoche" wurden bislang 7.590 der geförderten Fahrzeuge in Deutschland gebaut und 6.622 in China – wobei Letzteres nicht nur chinesische Marken, sondern auch internationale Hersteller mit chinesischer Produktion umfasst. Ein Großteil der geförderten Tesla Model Y stammt beispielsweise aus dem Werk in Brandenburg.

Auch eine harte Preisobergrenze gibt es bei der neuen Prämie nicht, sondern lediglich die Einkommensgrenze der Antragstellenden. Entsprechend tauchen in der Statistik auch vereinzelt geförderte Elektro-Porsche auf – auch wenn sie das Bild insgesamt kaum prägen.


BAFA Zwischenbilanz zur e-Auto-Kaufprämie 2026

Das sagt das Bundesumweltministerium zur Zwischenbilanz bei der e-Auto-Kaufprämie


Auch das für die Förderung federführende Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) hat die Zahlen aufgegriffen und ergänzt zwei Perspektiven, die in der reinen BAFA-Statistik nicht direkt auftauchen: Rund die Hälfte der Bewilligungen entfällt auf europäische Herstellergruppen, und 71 % aller geförderten Haushalte verfügen über ein kleines oder mittleres Einkommen.


Für das Ministerium ist das mehr als eine reine Verwaltungsstatistik. Die Förderung wird dort in einen dreifachen Kontext gestellt: als Beitrag zum Klimaschutz im Verkehrssektor, als gezielte Unterstützung für Haushalte mit kleinerem und mittlerem Einkommen sowie Familien, und als Instrument zur Transformation der Automobilindustrie hin zu emissionsärmeren Antrieben. Dahinter steht laut Ministerium eine übergeordnete energie- und geopolitische Überlegung: Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs soll die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern und damit sowohl die energiepolitische Resilienz Deutschlands als auch die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken.


Was die Zwischenbilanz für e-Auto-Interessierte bedeutet


Für alle, die selbst über den Kauf oder das Leasing eines e-Autos nachdenken, liefert die BAFA-Statistik vor allem eine Botschaft: Das Fördersystem funktioniert und wird angenommen, auch wenn zwischen Antragstellung und Bewilligung derzeit mit mehreren Wochen Wartezeit zu rechnen ist. Wer sich für ein reines Elektrofahrzeug in einem der unteren bis mittleren Einkommensbereiche entscheidet, ist mit seiner Situation statistisch gesehen kein Einzelfall, sondern Teil der breiten Mehrheit der bisherigen Antragstellenden – eine Einschätzung, die sich auch mit der offiziellen Zielrichtung des Bundesumweltministeriums deckt.


Angesichts von mittlerweile über 100.000 eingereichten Anträgen bei gut 27.000 Bewilligungen lohnt es sich, den Antrag möglichst frühzeitig und vollständig einzureichen, um lange Bearbeitungszeiten nicht zusätzlich zu verlängern. Da das BAFA künftig monatlich neue Zahlen veröffentlichen will, dürfte sich zudem bald zeigen, wie sich Modellwahl, Einkommensverteilung und Fördersumme über die kommenden Monate weiterentwickeln.


Recherche, Bild und Grafiken mit KI-Unterstützung

 
 
bottom of page